Lagersitze aufarbeiten – Wellen und Walzen mit Laserauftragschweißen retten

Lagersitze können häufig durch Laserauftragschweißen repariert werden. Dabei wird der verschlissene Bereich einer Welle oder Walze gezielt mit geeignetem Zusatzwerkstoff aufgebaut und anschließend auf das erforderliche Maß zerspant. Dadurch lassen sich hochwertige Bauteile erhalten, Kosten reduzieren und lange Lieferzeiten für Neuteile vermeiden.

 

Ein eingelaufener Lagersitz bedeutet nicht automatisch das Ende einer Welle oder Walze. Mit dem Laserauftragschweißen können beschädigte Lagersitze gezielt wieder aufgebaut und anschließend auf das erforderliche Maß zerspant werden.

So lassen sich hochwertige Wellen, Walzen und andere Maschinenteile reparieren, anstatt sie kostenintensiv neu zu fertigen.

Das Ergebnis: weniger Kosten, kürzere Stillstandszeiten und eine nachhaltige Alternative zur Neuanfertigung.

Was tun bei einem eingelaufenen oder beschädigten Lagersitz?

Ein beschädigter Lagersitz entsteht beispielsweise durch:

  • eingelaufene oder lose Lager
  • Verschleiß
  • Korrosion
  • Überlastung
  • Lagerschäden
  • Montagefehler
  • Mechanische Beschädigungen

Ist der Lagersitz nicht mehr maßhaltig, kann das Lager seine vorgesehene Passung verlieren. Eine häufige Konsequenz ist der Austausch der gesamten Welle.

Das ist jedoch nicht immer notwendig.

Beim Laserauftragschweißen wird der beschädigte Bereich kontrolliert mit geeignetem Zusatzwerkstoff aufgebaut. Anschließend wird die aufgeschweißte Stelle mechanisch auf das ursprüngliche Sollmaß bearbeitet.

Lagersitz reparieren statt Welle neu fertigen

Der wesentliche Vorteil: Die vorhandene Welle bleibt erhalten.

Anstatt eine komplette Welle neu zu konstruieren, zu beschaffen und zu fertigen, wird gezielt der beschädigte Bereich instandgesetzt.

Das ist insbesondere bei:

  • großen Wellen,
  • schweren Walzen,
  • Sonderanfertigungen,
  • schwer beschaffbaren Bauteilen,
  • hochwertigen Werkstoffen und
  • Maschinen mit langen Ersatzteil-Lieferzeiten

wirtschaftlich interessant.

Welle reparieren mit Laserauftragschweißen

Das Laserauftragschweißen zur Wellenreparatur ermöglicht einen kontrollierten Materialauftrag mit vergleichsweise geringer Wärmeeinbringung.

Beschädigte Bereiche können gezielt aufgebaut werden. Nach dem Auftragsschweißen wird die Reparaturstelle durch Drehen, Fräsen oder Schleifen wieder auf die erforderliche Geometrie und Toleranz gebracht.

Je nach Bauteil und Anwendungsfall können beispielsweise Lagersitze, Dichtflächen, Passflächen, Gewinde oder andere Funktionsflächen aufgearbeitet werden.

Welche Wellen können aufgearbeitet werden?

Eine Aufarbeitung kann unter anderem für folgende Bauteile interessant sein:

  • Antriebswellen
  • Getriebewellen
  • Rotorwellen
  • Pumpenwellen
  • Flanschwellen
  • Hydraulikwellen
  • Maschinenwellen
  • Schnecken
  • Walzen
  • Lagersitze
  • Dichtflächen
  • Passsitze

Ob eine Reparatur technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Grundwerkstoff, Schadensbild, Durchmesser, der benötigten Schichtdicke und den Anforderungen an die spätere Funktionsfläche ab.

Walzen reparieren statt neu fertigen

Auch bei verschlissenen Walzen kann Laserauftragschweißen eine wirtschaftliche Alternative zur Neufertigung sein.

Beschädigte Lagersitze oder andere verschlissene Bereiche werden gezielt aufgearbeitet. Je nach Anwendung können darüber hinaus auch Verschleißschutz- oder Korrosionsschutzschichten aufgebracht werden.

Gerade bei großen Walzen kann die Reparatur erhebliche wirtschaftliche Vorteile bieten: Das vorhandene Bauteil bleibt erhalten und muss nicht vollständig neu gefertigt werden.

Warum Laserauftragschweißen?

Das Laserauftragschweißen ermöglicht einen präzise steuerbaren Materialauftrag. Der Werkstoff wird gezielt dort aufgebracht, wo Material fehlt oder eine funktionale Oberfläche wiederhergestellt werden muss.

Zu den wesentlichen Vorteilen gehören:

Geringer Wärmeeintrag

Im Vergleich zu konventionellen Schweißverfahren lässt sich die Wärmeeinbringung beim Laserauftragschweißen sehr gezielt kontrollieren. Das kann insbesondere bei präzisen Bauteilen und empfindlichen Grundwerkstoffen von Vorteil sein.

Präziser Materialauftrag

Der Auftrag erfolgt lokal und kontrolliert. Dadurch kann der zusätzliche Zerspanungsaufwand reduziert werden.

Reparatur statt Neuanfertigung

Die vorhandene Welle oder Walze kann erhalten werden. Das spart Material, Fertigungsaufwand und häufig auch Zeit.

Hohe Wirtschaftlichkeit

Je größer, hochwertiger oder schwerer beschaffbar ein Bauteil ist, desto interessanter kann die Reparatur gegenüber einer Neufertigung werden.

Wie läuft die Reparatur eines Lagersitzes ab?

1. Schadensanalyse

Zunächst werden Bauteil, Werkstoff, Schadensbild und erforderliche Geometrie betrachtet.

2. Auswahl des Zusatzwerkstoffs

Der Zusatzwerkstoff wird auf Grundwerkstoff, Funktion und spätere Beanspruchung abgestimmt.

3. Laserauftragschweißen

Der beschädigte Bereich wird gezielt und kontrolliert mit Material aufgebaut.

4. Zerspanung

Der aufgeschweißte Bereich wird durch Drehen, Fräsen oder Schleifen auf das erforderliche Maß gebracht.

5. Prüfung

Abhängig von Bauteil und Anforderung können beispielsweise Maßprüfung, Sichtprüfung, metallografische Untersuchung oder weitere Prüfungen erfolgen.

6. Rückführung in die Maschine

Das aufgearbeitete Bauteil kann wieder eingesetzt werden.

Was kostet es, einen Lagersitz aufarbeiten zu lassen?

Die Kosten für das Aufarbeiten eines Lagersitzes hängen stark von Bauteilgröße, Werkstoff, Schadensumfang, Schichtdicke, Geometrie und erforderlicher Zerspanung ab.

Eine pauschale Aussage ist deshalb wenig sinnvoll.

Entscheidend ist der Vergleich mit den Gesamtkosten einer Neuanfertigung:

Reparaturkosten + Transport + Bearbeitung können deutlich unter den Kosten eines neuen Bauteils liegen.

Zusätzlich ist die mögliche Verkürzung der Maschinenstillstandszeit ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor.

Bei großen Wellen und Walzen kann bereits die Vermeidung einer langen Ersatzteil-Lieferzeit einen erheblichen wirtschaftlichen Vorteil darstellen.

Lagersitz aufarbeiten lassen – wann lohnt sich eine Reparatur?

Eine Reparatur ist besonders interessant, wenn:

  • die Welle grundsätzlich noch verwendbar ist,
  • nur einzelne Bereiche beschädigt sind,
  • das Bauteil groß oder schwer ist,
  • eine Neuanfertigung lange dauert,
  • der Originalwerkstoff teuer oder schwer verfügbar ist,
  • die Welle oder Walze eine Sonderanfertigung ist,
  • hohe Stillstandskosten entstehen.

Je höher der Wert des vorhandenen Bauteils und je länger die Lieferzeit eines Ersatzteils, desto interessanter wird die Aufarbeitung.

Häufige Fragen zur Reparatur von Lagersitzen

Kann man einen eingelaufenen Lagersitz reparieren?

Ja. Ein eingelaufener Lagersitz kann je nach Grundwerkstoff, Schadensbild und Anforderungen durch Laserauftragschweißen wieder aufgebaut und anschließend auf das erforderliche Maß bearbeitet werden.

Kann man eine Welle durch Laserauftragschweißen reparieren?

Ja. Laserauftragschweißen eignet sich für die gezielte Reparatur verschiedener Wellenbereiche, beispielsweise von Lagersitzen, Passflächen, Dichtflächen oder Gewinden.

Kann man eine Walze reparieren statt neu fertigen?

Ja. Verschlissene oder beschädigte Bereiche von Walzen können je nach Schadensbild durch Laserauftragschweißen aufgearbeitet werden. Dadurch kann eine kostenintensive Neuanfertigung vermieden werden.

Wie viel Material kann beim Laserauftragschweißen aufgetragen werden?

Die mögliche Schichtdicke hängt vom Werkstoff, Verfahren, Bauteil und der gewünschten Schichtqualität ab. Auch größere Materialaufträge können durch einen mehrlagigen Schichtaufbau realisiert werden.

Ist Laserauftragschweißen günstiger als eine neue Welle?

Das hängt vom Einzelfall ab. Bei hochwertigen, großen oder schwer verfügbaren Wellen kann die Reparatur jedoch deutlich wirtschaftlicher als eine Neuanfertigung sein.

Wie schnell kann ein Lagersitz repariert werden?

Die Bearbeitungszeit hängt vom Bauteil und dem erforderlichen Reparaturumfang ab. Da keine komplette Welle neu gefertigt werden muss, kann die Aufarbeitung häufig eine deutlich kürzere Alternative zur Neuanfertigung darstellen.

Welle oder Walze beschädigt? Wir prüfen die Reparaturmöglichkeit.

Sie haben eine eingelaufene Welle, einen beschädigten Lagersitz oder eine verschlissene Walze?

Schicken Sie uns Fotos, Zeichnung oder die wichtigsten technischen Daten des Bauteils.

Wir prüfen:

→ Ist eine Reparatur technisch möglich?
→ Welcher Schichtaufbau ist sinnvoll?
→ Wie wird das Bauteil anschließend bearbeitet?
→ Ist die Aufarbeitung wirtschaftlicher als eine Neuanfertigung?

Bei innojoin verbinden wir Laserauftragschweißen mit der erforderlichen Nachbearbeitung, um verschlissene Bauteile wieder einsatzfähig zu machen.

Bauteil retten statt ersetzen.

Lagersitze aufarbeiten. Wellen reparieren. Walzen retten. Kosten und Stillstandszeiten reduzieren.